Politik

Eisleber Blutsonntag

Gedenken an die Ereignisse heute vor 88 Jahren

Lutherstadt Eisleben.
In diesem Jahr war für den 12. Februar als gemeinsame Gedenkstunde aus Anlass des in die Geschichte eingegangenen „Eisleber Blutsonntag“ mit Vertretern der Partei DIE LINKE. und der Lutherstadt Eisleben geplant. Zwei Ereignisse machen eine Gedenkstunde an den Gräbern der damals ermordenden unmöglich. Erstens ist die Pandemie noch nicht „besiegt“ und zweitens machen die enormen Schneefälle erhebliche Umstände.
Daher findet die Erinnerung und das Gedenken an die Ereignisse und der Opfer in diesem Jahr auf digitalem Weg statt.

Zum geschichtlichen Hintergrund:
Im Ergebnis der Landtagswahlen in Thüringen vom Dezember 1929 zog die NSDAP mit 6 Abgeordneten in den Landtag ein. Ende Januar 1930 übernahm eine rechtsbürgerlich-nationalsozialistische Koalition die Regierungsgeschäfte. Die NSDAP war damit erstmalig an einer Regierung beteiligt. Eine günstige Gelegenheit für die Reichsleitung die „Legale Machtergreifung „zu proben.
Am 30. Jan. 1933 übergab der Reichspräsident Paul von Hindenburg die Macht an Hitler. Schon am 1. Februar wurde der Reichstag aufgelöst. Die Einschränkungen demokratischer Rechte wurden mit Terror begleitet.
Am 12. Februar 1933 fand dann der „Propagandamarsch“ nach und in Eisleben statt. Das war kein Zufall. Eisleben war eine Hochburg der KPD. Einen Tag vor der Ernennung Hitlers zum Reichskanzel fand auf Initiative der KPD in Eisleben eine Kundgebung mit ca. 1500 Teilnehmern statt. Die Kundgebung stand unter dem Motto „ Kämpft mit uns in der Einheitsfront gegen Faschismus statt“.
An dem „Propagandamarsch“ waren 600 Mitgliedern der SA und SS bewaffnet mit Waffen und Feldspaten beteiligt.
Ein von der KPD genutztes Gebäude sowie die daneben liegende Turnhalle eines Arbeitersportvereins wurden gestürmt, in der sich neben den Arbeitersportlern auch etwa 30 Jugendliche im Alter von 13-14 Jahren befunden haben. Die Jugendlichen waren in Vorbereitung einer nachmittags geplanten Veranstaltung zur Jugendweihe in der Halle.
Die SA-und SS-Leute schossen auf die Anwesenden und schlugen vor allem mit Feldspaten auf sie ein. Dabei wurden die Mitglieder der KPD Otto Helm, WalterSchneider und Hans Seidel ermordet. Es gab bis zu 25 teils schwer Verletzte.

1945 wurde zum Gedenken an die getöteten Arbeiter auf dem „Alten Friedhof“ in Eisleben Ehrengräber errichtet.
Hier findet aus Anlass des „Eisleber Blutsonntag“ jährlich eine Gedenkveranstaltung statt.
Es gibt heute erschreckende Parallelen zu den damaligen Vorgängen.
Opfer durch nationalistische und rassistische Gewalttäter sind keine Seltenheit.
Die Tendenz zur Relativierung solcher Verbrechen, von Gewalt generell, ist unverkennbar. Ausländer und anders Denkende, humanistisch eingestellte Bürger sind die Ziele.

Die Zivilgesellschaft ist heute mehr denn je gefordert, zusammen zu stehen gegen Rassismus, Hetze und Gewalt.

www.facebook.com/carola.kunde/posts/3852440894816129

Gastautor Helmut Neuweger

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