Land und Leute

Eine Glocke für den Frieden

Da auch in Sangerhausen eine neue Glocke für Frieden und Demokratie gegossen werden soll - hier ein interessanter Gastbeitrag

Friedensglocken aus Patronenhülsen und Sportmedaillen gegossen

Friedensglocken aus Patronenhülsen und Sportmedaillen gegossen

Hoffnung nach einer Welt in Frieden.
Am 08. Mai dieses Jahres jährte sich zum 75. Mal der Tag, an dem „Hitlerdeutschland“ in Berlin die bedingungslose Kapitulation unterzeichnen musste.
Diese Kapitulation war zugleich ein Befreiungsakt von der Nazibarbarei, also ein Befreiungsakt insbesondere vieler Völker Europas, auch des deutschen Volkes, auch wenn sich ein ganzer Staat und viele seiner Bürger sehr schwer damit taten, diesen Fakt anzuerkennen.
Am 09. Mai 2020 war vorgesehen, dass das russische Volk den Tag des Sieges als Beginn von 75 Jahren Frieden in Europa besonders feiern wollte. Dass diese Feiern nun etwas anders verliefen als geplant liegt auf der Hand, denn Russland hat auch erheblich unter der Corona Pandemie zu leiden.
Wir, die Mitglieder des Vereins „Zukunft Frieden e.V.“ hatten vorgesehen, zum diesem Anlass dem Botschafter Russlands in Deutschland eine Friedensglocke zu übergeben, die wir aus Patronenhülsen und Sportmedaillen gegossen haben. Diese Glocken tragen die Losung „Für Frieden, Demokratie und Toleranz“. Mit dieser Übergabe wollten wir öffentlich bekannt geben, dass wir im September dieses Jahres einen „Friedenslauf“ von Zerbst nach St. Petersburg durchführen wollen, dass es ohne Russland in Europa und in der Welt keinen dauerhaften Frieden geben kann.
Als Symbol der Verbundenheit Deutschlands und Russlands nennen wir diesen Friedenslauf „Katharina Lauf“. Die Person Prinzessin Sophie von Anhalt Zerbst und spätere Zarin Katharina II soll deutlich machen, dass es unabhängig von gesellschaftlichen Verhältnissen und aktueller Politik darauf ankommt, gemeinsam sachlich und zum Wohle aller Bürger nicht nur nebeneinander sondern miteinander zu leben und Probleme zu bewältigen.
Wir wollen deshalb in Zerbst starten und über Halle, Eisleben, Brandenburg und an der Ostseeküste, entlang der Hansestädte Deutschlands, Polens und der baltischen Staaten nach St. Petersburg laufen.
Der Lauf soll deutlich machen, dass wir Sportler als größte Massenorganisation der Erde unsere Verantwortung für den Erhalt des Friedens auf der Welt haben und für sie öffentlich streiten. Bereits 2010 und 2017 sind wir zur Unterstützung der Völker Afrikas, aller Menschen auf der Flucht vor Krieg und Hunger, auch mit Hilfe der Ökumene und anlässlich des Lutherjubiläums von Wittenberg nach Rom und vom Vatikan nach Wittenberg gelaufen.
Wir hatten dabei sehr viel Unterstützung bis zu Papst Franziskus, und natürlich von regionalen Politikern und bekannten Sportlern erhalten.
Auch für den Katharina-Lauf ist die Resonanz sehr gut und wir sind optimistisch, diesen Lauf - der gerade durch Staaten verläuft, die sehr unterschiedliche Bewertungen der Geschichte und ein angespanntes Verhältnis zueinander haben,- mit Hilfe von friedliebenden Menschen vor Ort realisieren zu können.
Die Corona Pandemie hat uns veranlasst, unseren Lauf auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Dennoch werden wir unser Projekt in die Tat umsetzen, zu einem Zeitpunkt, den wir heute noch nicht genau bestimmen können.
In der heutigen schwierigen Zeit der Bewältigung der Pandemie ist gerade Solidarität gefragt, die über Beifall klatschen auf Balkons und Großaufsteller mit „Dank an die Helden“ hinausgehen. Wir Sportler, die aus Spaß und nicht vorrangig für Geld aktiv sind, leben die Solidarität auch im Wettkampf. Uns sind Hautfarbe, Konfession, Ländergrenzen oder Ideologie unwichtig, so lange der Mensch das Maß der Dinge ist. Wir setzen uns deshalb ein, dass die Kosten der Pandemie nicht dort eingetrieben werden, wo die Menschen für Menschen arbeiten, wo sie sich im Verein, bei Kultur und Sport verwirklichen können. Kürzt die sinn- und maßlosen Rüstungsausgaben, verteilt nicht Milliarden an die, die schon Milliarden gehortet haben, sondern seid menschlich und schafft mit dem Geld dort Sicherheit, wo sie die Menschen brauchen: in Kindergarten, Schule, Kultur, Sport, Gesundheit und Pflege, im öffentlichen Nahverkehr, Wohnen…….
Der Frieden ist nach wie vor gefährdet. Durch Drohgebärden der NATO, wie dem aktuellen NATO-Manöver, das trotz Corona Pandemie und der Absage der meisten Staaten von den USA und Polen weitergeht, der „Umzingelung“ Russlands entgegen den Vereinbarungen der 2+ 4 Verhandlungen, dem forcierten Wettrüsten gerade seit Trump, an dem sich die BRD aktiv beteiligt verbunden mit Wirtschaftssanktionen wird er ständig gefährdet. Um ihn zu erhalten sind wir alle gefragt. Dass 75 Jahre Frieden in Europa herrscht, ist ein Geschenk. Wir sollten nicht vergessen, wem wir das maßgeblich zu verdanken haben.

Peter Junge, Vorsitzender „Zukunft Frieden e.V“

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