Land und Leute

Die Top 12 Handicaptation-Tipps für … Graz

In unseren Rankings soll es darum gehen, euch einen kurzen Überblick über tolle Plätze und Orte einer gewissen Stadt oder Region zu verschaffen. Wir werden sie nach unserer persönlichen Wichtung einstufen und nach dem, bei dem wir denken, dass ihr das unbedingt gesehen haben solltet. Wir werden nicht nach „barrierefrei“ oder „weniger barrierefrei“ staffeln, sondern innerhalb des Rankings auf die Gegebenheiten der einzelnen Punkte eingehen.

Lea im Stadtpark Graz

Lea im Stadtpark Graz

Graz. Zusammen mit meinem Freund Björn (als Assistenz) habe ich, Lea, im Oktober/November ein vierwöchiges Auslandspraktikum in Graz (Österreich) absolviert. Für mich als Rollstuhlfahrerin war diese Chance unglaublich! In diesen vier Wochen hatten wir genug Zeit Graz und Umgebung ausgiebig zu erforschen, sodass wir euch die Auswahl unserer Lieblingsorte jetzt ruhigen Gewissens vorstellen können. Eine Ausnahme: Zwar besuchten wir auch Wien, doch diese Weltstadt mit ins Ranking einzubeziehen würde den Rahmen mehr als sprengen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Legen wir los!

Platz 12: incafé Bistro und Catering

Ihr habt Lust auf leckeres Essen zu einem guten Preis? Besucht das incafé in der Nussbaumer Straße in Graz. Das Café wird inklusiv betrieben. Menschen mit körperlicher, geistiger oder psychischer Erkrankung finden hier eine Arbeit. Leckeres Essen zu einem guten Preis und toller Service ist garantiert. Zwar sind die Räumlichkeiten hier im hinteren Bereich etwas eng, eine Behindertentoilette ist jedoch vorhanden. Die vorderen Plätze zu nutzen, ist für Rollstuhlfahrer gut möglich. Auf jeden Fall ist das eine gute Sache, die es zu unterstützen gilt.

Platz 11: Wildon

Die Gemeinde Wildon liegt in der südöstlichen Steiermark und hat gerade einmal 2.500 Einwohner. Das Örtchen ist mitten im Wald angesiedelt und ihr findet sich hier zwischen traumhaften Waldwegen, Seen und kleinen Kirchen wieder. Ein Traum also, wenn ihr sich einmal aus der großen Stadt zurückziehen wollt und in aller Ruhe die Natur genießen möchtet. Asphaltierte Wege gibt es hier fast überall, sodass ihr auch mit dem Rollstuhl nur auf wenige Hindernisse stößt.

Platz 10: Weingut Bockmoar

Wenn ihr schon einmal hier in Wildon seid, solltet ihr auch unbedingt das Weingut Bockmoar besuchen. Wer gute, österreichische Brotzeit mag und will, ist hier genau richtig. Weine und Säfte werden hier noch alle selbstgemacht. Und das alles zu einem guten Preis! Wer nach einem guten Essen noch einmal das „Stille Örtchen“ besuchen möchte, muss sich keine Sorgen machen, denn ein rollstuhlgerechtes WC ist vorhanden. Bravo, für dieses kleine Örtchen sehr fortschrittlich!

Platz 9: Stadtpark Graz

Wer weite Ebenen und ein kleines Stück Natur und Ruhe mitten in einer vollen, lauten Stadt schätzt, der sollte den Grazer Stadtpark besuchen. Der Park, unweit vom Grazer Schauspielhaus, ist vor allem im Herbst wunderschön anzusehen. Zwischen zahlreichen Sitzgelegenheiten, netten Cafés und einem Springbrunnen ist das hier ein Ort zum Wohlfühlen. Alle Wege sind asphaltiert und laden herzlich und lieblich zu einem kleinen Spaziergang ein.

Platz 8: Grazer Dom

Der Grazer Dom ist ein von, außen sehr unscheinbares, Gebäude aus dem Jahre 1786. Doch innen befindet sich ein beeindruckender Kirchenbau voller Schönheit. Der Grazer Dom ist auf jeden Fall einen Besuch wert! Und das Beste: Der Dom ist durch eine Rampe zugänglich und mit einer Automatiktür ausgestattet, die durch einen Taster geöffnet werden kann.

Platz 7: Zentralfriedhof Graz

Diesen Ort besuchten wir an einem Tag, an dem hier sehr außergewöhnliche Sachen passierten, nämlich am Feiertag „Allerheiligen“. Heute stürmten tausende Menschen auf den schön gestalteten Friedhof. Doch nicht nur das: Vor dem Friedhof waren zahlreiche Wein- und Süßigkeitenbüdchen aufgebaut und man fühlte sich ein wenig wie auf einem Rummel. Was für eine Ironie!

Wie dem auch sei: Der Zentralfriedhof in Graz ist ein kleiner Geheimtipp, den ihr auf eurer Reise auf keinen Fall auslassen solltet!

Platz 6: Murinsel

Die Murinsel ist ein Café und Veranstaltungsort über der Mur, dem Fluss, der Österreich, Slowenien, Ungarn und Kroatien in die linke und rechte Murseite teilt. Die Welten, die hier liegen – noch immer zwei ganz verschiedene.

Die Murinsel ist von beiden Seiten über eine Brücke zu erreichen, zu der ein Aufzug führt. Neben einem Veranstaltungsort ist sie auch Café und Informationszentrum bzw. Stadtmuseum der Stadt Graz. Touristen können hier einen Kaffee trinken, ihre nächsten Anlaufpunkte planen und vor allem die tolle Aussicht genießen.

Natürlich ist hier auch ein Rollstuhl-WC vorhanden.
Platz 5: Hauptplatz Graz

Der Hauptplatz bildet, wie es der Name schon vermuten lässt, das Zentrum von Graz. Hier ist man umgeben von zahlreichen Restaurants und Geschäften aber auch von wunderschönen Gebäuden und kleinen Buden. Trotz des bunten Treibens war dieser Platz für uns immer eine kleine Oase. Wenn ihr bei eurem Grazbesuch also einmal hier seid, und das werdet ihr, nehmt euch die Zeit, all die schönen Dinge hier zu genießen.

Der Platz dient nebenbei auch als wichtiger Verkehrsknoten zu allen wichtigen Attraktionen.

Platz 4: Schloss Eggenberg

 Das Schloss Eggenberg ist die größte und bedeutendste barocke Schlossanlage der Steiermark und zählt somit zu den bedeutendsten Kulturgütern Österreichs. Bei dieser Beschreibung mussten wir dieses Areal natürlich auch einmal genauer unter die Lupe nehmen. Leider war es schon ziemlich spät, als wir das Schloss Eggenberg erreichten, sodass wir uns nur im Park und im angrenzenden Café aufhielten. Zum Schloss an sich können wir also gar nicht so viel sagen. Der Park war allerdings wunderschön, riesengroß und vor allem gut ebenerdig. Hier konnten wir die vielfältige Flora und Fauna genießen.

Großes Lob: Der Schlossberg hatte sogar eine Behindertentoilette!

Am besten erreicht ihr den Park mit dem Bus oder der S-Bahn, in dem ihr bis zur Haltestelle „Schloss Eggenberg“ fahrt.

Platz 3: Kunsthaus Graz

Das Kunsthaus in Graz ist eines der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Es wurde im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres 2003 errichtet und gilt seither, mit seiner außergewöhnlichen Form, als architektonisches Wahrzeichen der Stadt.

Und so besuchten natürlich auch wir dieses hochgepriesene Museum, in dem gerade eine Ausstellung über den Kongo lief.

Die Ausstellung an sich war sehr interessant, Museumsshop, Café und die obere Aussichtsplattform wirklich grandios. Auch war das gesamte Gebäude barrierefrei. Nur die hohen Eintrittspreise schockierten uns. Doch wahrscheinlich ist es seinen Preis wert, schließlich ist es ein absolutes Must-See in Graz.

Platz 2: Grazer Schlossberg mit Uhrenturm

Der Grazer Schlossberg mit seinem Uhrenturm, der als Wahrzeichen der Stadt gilt, ist das absolute Highlight für viele Touristen. Nicht ganz ohne Grund, denn von hier oben hat man einen atemberaubenden Blick über die ganze Stadt, kann lecker essen und einfach einen Moment innehalten.

Auch die Möglichkeiten nach oben zu gelangen, sind absolut spektakulär. Rollstuhlfahrer und Menschen mit Gehbehinderung haben zwei Möglichkeiten, entweder eine Fahrt mit der „Schlossbergbahn“ oder einmal durch den Berg mit dem „Lift im Berg“. Die „Schlossbergbahn“ ist in vielen Fahrscheinen für die öffentlichen Verkehrsmittel schon enthalten, kann allerdings nur eine begrenzte Anzahl an Rollstuhlfahrern befördern. Der „Lift im Berg“ fährt tatsächlich durch den Berg. Eine Berg- und Talfahrt kostet hier 3,20 €, wobei Rollstuhlfahrer frei sind. Leider ist die Fahrt mit dem Lift nicht bis ganz nach oben möglich! Habt ihr euren Akku vollgeladen, ist es auch möglich, den gesamten Weg mit dem E-Rollstuhl zu meistern.

Hier oben waren wir des Öfteren, denn der Schlossberg war für uns der perfekte Ort, um einfach einmal vom Alltag abzuschalten. Überzeugt euch selbst: Dieser Ort ist absolut empfehlenswert!

Platz 1: Schökl – der Grazer Hausberg

Für viele Touristen und Besucher ist wohl der Schlossberg das absolute Highlight ihres Aufenthalts. Nicht jedoch für uns: Den für mich schönsten Tag verbrachten wir auf dem Schökl – dem Grazer Hausberg. Bis hierhin fährt ein Bus, nur aller paar Stunden und leider auch nicht immer barrierefrei. Das lässt sich aber meist im Vorfeld erfragen.

Die Fahrt bis zum Schökl war sehr lang und verlangte bei vielen Kurven eine gute Oberkörperspannung von mir. Doch die Natur hier oben war einmalig.

Wer nicht wandern kann, nutzt die Seilbahn auf den etwa 1.400 m hohen Berg. Diese funktioniert auch mit dem Rollstuhl.

Oben angekommen erwarten euch viele Restaurants und Cafés, doch vor allem ein gut ausgebauter, barrierefreier Wanderweg. Das ist Natur pur! Echte Österreich-Fans sollten den Grazer Hausberg also auf jeden Fall erklimmen. Ein echter Geheimtipp!

Lea Voitel

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