Politik

Sommerpause für Sangerhäuser Stadträte ade

Stadtrat will und muss sich nochmals mit der Sanierung des Stadtbades befassen

Sangerhausen. Nachdem sich die Stadträte der beiden großen Städte in unserem Verbreitungsgebiet im Mansfelder Land - Sangerhausen und Lutherstadt Eisleben sowie der Kreistag Mansfeld-Südharz konstituiert haben und eigentlich die jährliche Sommerpause ansteht, werden sich die Stadträte der Kreisstadt wohl noch etwas auf ihren Sommerurlaub gedulden müssen. Grund hierfür die umstrittene und von den Bürgerinnen und Bürgern mehrheitlich nicht gewollte deutliche Verkleinerung der Wasserfläche im Stadtbad Sangerhausen.
Die Fraktion DIE LINKE. im Stadtrat Sangerhausen hat gemäß Geschäftsordnung eine Sonderratssitzung beantragt, die nun am 18. Juli stattfinden soll.
Wie die Mansfeller Zeitung bereits berichtete hatte noch der alte Stadtrat in seiner letzten Sitzung grundsätzlich der Sanierung des 90 Jahre alten Stadtbades zugestimmt. Hierzu wurden der Stadt vom Bund Fördermittel in Höhe von 3,6 Millionen € zugesagt, zzgl. 400.000 € Eigenmittel. Im Punkt 2 dieses Beschlusses wurden ebenfalls bereits mögliche, durch die Sanierung entstehende, Mehrkosten in der Betriebsführung der kommunalen Bädergesellschaft durch den Haushalt der Stadt Sangerhausen übernommen und sichergestellt. Das bedeutet, dass auf die kommunale Bädergesellschaft keine weiteren Mehrkosten zukommen würden.
Der Punkt 3 dieses Beschlusses beinhaltet einen sogenannten Architektenwettbewerb. Da im letzten Punkt dieses Beschlusses eine weitere Bedingung festgeschrieben war, nämlich eine sogenannte Prioritätenliste für einen solchen Wettbewerb, die in einem zusätzlichen Hauptausschuss am 24. Juni verabschiedet werden sollte und zu dieser es nicht kam, machte es sich erforderlich zeitnah nochmals über die Sanierung des Stadtbades zu verhandeln. Zu diesem Ergebnis kam auch die Mehrheit der Mitglieder des Stadtrates.
In dem am 14. Juni stattgefundenen Hauptausschuss wurde neben den verschiedenen eingereichten Ideen der Bürgerinnen und Bürger der Stadt Sangerhausen zur Zukunft des Stadtbades, auch heftig über diesen sogenannten Architektenwettbewerb gestritten. Selbst die kommunale Bädergesellschaft, welche das Stadtbad in Sangerhausen betreibt, hat sich gegen einen solchen Architektenwettbewerb ausgesprochen.
Ein solcher Wettbewerb würde neben erheblichen Kosten auch zusätzlich Zeit, welche scheinbar nicht da ist, für die Vorbereitung der Sanierung des Stadtbades kosten.
Wie Herr Strauß den Stadträten mitteilte, soll es bereits am 5. September diesen Jahres mit den Fördermittelgebern ein 1. Koordinierungsgespräch zur Sanierung in Berlin geben.
Derzeit liegen den Stadträten zwei Grobplanungen bezüglich der Sanierung des Stadtbades vor. Diese hatte die kommunale Bädergesellschaft für ca. 25.000 € in Auftrag gegeben. In der 1. Baukostenplanung, in der eine radikale Verkleinerung der Wasserfläche geplant ist, geht man von Kosten in Höhe von etwa 4,3 Million € aus. Eine Kostensumme die für ein ganzen Teil von Stadträten in seiner Höhe kaum erklärlich ist. Einen großen Teil der Investitionskosten, wie zum Beispiel das Edelstahlbecken, welches mit knapp 1 Million € veranschlagt ist sowie der Bau eines neuen Technikgebäudes wird als nicht notwendig angesehen.
Man sollte sich auf das notwendige zum Weiterbetrieb des unter Denkmalschutz stehenden Stadtbades konzentrieren. Allein hier könnten erhebliche Summen eingespart werden, die wiederum zur Umsetzung der Ideen der Bürgerinnen und Bürger zur Attraktivitätssteigerung des Bades genutzt werden könnten. Vor allem auch die Einbeziehung des Kopfbaus des Stadtbades Sangerhausen und dessen Sanierung sollten hier in die Betrachtungen einbezogen werden.
Der Fördermittelgeber hat es auch explizit nicht ausgeschlossen, dass weitere Fördermittel zum Beispiel aus dem Denkmalschutz oder einer zusätzlichen Sportförderung (50 m Becken) möglich sind.
Die 2. Baukostenplanung soll ca. 1 Million € mehr als die Erste kosten. Auch hier Kosten von knapp 1,3 Millionen € für das Edelstahlbecken und notwendige hohe Ausgaben für den Bau eines neuen Technikgebäudes und deren Anbindung.
Alles in allem stehen den Stadträten nächste Woche Donnerstag (18.7.) schwierige Stunden bevor, um Mehrheiten zu schaffen, die den Bürgerinnen und Bürgern der Kreisstadt auch in den nächsten Jahrzehnten ein ordentliches Badevergnügen sicherstellen.
Die Fraktion DIE LINKE. wird in ihrer nächsten Fraktionssitzung am Freitag, den 12.o7.19, um 16.oo Uhr in ihren Büro in der Göpenstraße 25 hierzu beraten. Die Sitzung ist öffentlich.

weitere Info`s:
www.mansfeller-zeitung.de/artikel/2019-05/Stadtbad-Sangerhausen-Foerdermittel-Segen-und-Fluch-zugleich
www.mansfeller-zeitung.de/artikel/2019-06/Sangerhaeuser-FDP-Fraktion-lud-zu-Gespraech-mit-Badplaner-ins-Stadtbad-ein

www.mz-web.de/sangerhausen/stadtbad-sangerhausen-sonderratssitzung-zum-badumbau-geplant-32802182
www.mz-web.de/sangerhausen/stadtbad-sangerhausen-nach-umfrage--mehrheit-fuer-grosses-becken-32759094
www.mz-web.de/sangerhausen/stadtbad-sangerhausen-ob-sven-strauss--spd--sorgt-mit-brief-fuer-wirbel-32734294

Holger Hüttel

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