Land und Leute

Geschichtsverein beim Arbeitseinsatz in Sangerhäuser Bunker

Der Verein für Geschichte von Sangerhausen und Umgebung e.V. hat scheinbar keinen Ruhepol.

Einer der Gänge nach der ersten Grobreinigung

Einer der Gänge nach der ersten Grobreinigung

Sangerhausen.
Kaum eine Woche später, nachdem sie im Auftrag des Stadtrates der Stadt Sangerhausen die neue Ratsglocke gegossen und auf dem Turm des Rathauses angebracht haben, stellen Sie sich einer neuen Aufgabe.
In der Kernstadt Sangerhausen sind aktuell 6 Bunker oder Schutzräume für die einheimische Bevölkerung aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges bekannt.
Es handelt sich hier um die Bauwerke am Schützenplatz, am Bonifatiusplatz, an der Goetheschule, am Bahnhof und einen größeren, der sogar über 2 Etagen geht, am alten Krankenhaus sowie der am Selleriefleckchen.
Letzterer wurde am heutigen 8. Oktober durch 4 Mitglieder des Sangerhäuser Geschichtsvereins, dem Vorsitzenden Helmut Loth, den Vorstandsmitgliedern Veronika Otto und Günter Wagner sowie dem Mitglied Holger Hüttel, bewaffnet mit Schubkarren, Schaufeln und Besen geöffnet, um eine 1. Grundreinigung bzw. Beräumung von Schutt und Baumaterial durchzuführen.
Das Schutzbauwerk, welches sich unweit der alten Stadtmauer befindet wurde um das Jahr 1943 gebaut. Leider sind keine Baupläne bisher gefunden worden.
Er besteht aus rechtwinklig angeordneten ca. 2 m breiten Gängen, die ca. 65 m lang sind. An jeweils einer Seite der Gänge waren Sitzbänke angebracht auf denen die Menschen aus der näheren Umgebung in der Zeit von Luftalarmen und während der Fliegerangriffe Schutz suchten.
Vermutlich war der Schutzraum für ca. 150-200 Menschen ausgelegt. 2 Notausgänge, einer am Ende des Schutzraumes sowie einer in der Nähe des Einganges wurden neben den notwendigen Belüftungsanlagen ebenfalls eingebaut.
Das Projekt „Bunker in Sangerhausen“ sollte im Rahmen der Reihe „75 Jahre Frieden in Sangerhausen“ bereits in diesem Jahr (Frühjahr oder Sommer) in Form einer Stadtbegehung umgesetzt werden. Leider hat auch hier das Corona Virus alle Vorbereitungen und Planungen über den Haufen geworfen. Nun hat man sich entschlossen mit einem Bunker, in dem Fall dem am Selleriefleckchen zu beginnen und diesen dafür vorzubereiten. In der nächsten Woche, so ist es geplant, soll der am heutigen Tag zum Eingang verbrachte Schutt mithilfe eines Containers entsorgt werden.
Welche weiteren Möglichkeiten sich für den Sangerhäuser Geschichtsverein zusätzlich noch ergeben, um dieses Bauwerk, welches sich gegenüber des Spenglerhauses befindet, für die Öffentlichkeitsarbeit und zur Geschichtsaufarbeitung  zu nutzen wird derzeit durch den Vorstand des Vereins geprüft. Hierzu bedarf es noch Gespräche mit dem Besitzer des Schutzbaus, der Stadt Sangerhausen.
Die Mansfeller Zeitung ist gespannt, wie's mit dem im großen und ganzen noch sehr gut erhaltenen historischen Bau weitergehen wird.
Übrigens, wenn Sie Info`s, persönliche Geschichten oder sogar Bilder zum Bunker am Selleriefleckchen in Sangerhausen haben, informieren Sie bitte den Geschichtsverein. Jeder Hinweis ist willkommen.

Holger Hüttel, Foto`s Günter Wagner

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