Politik

Manifest für Frieden

Kundgebung am 25. Februar, um 14 Uhr am Brandenburger Tor

Welt - Berlin - MSH.
Inzwischen sind fast eine halbe Million Unterschriften unter der von Sahra Wagenknecht und Alice Schwarzer gestarteten Petition zusammengekommen. Und das nach nur fünf Tagen, als beide den Aufruf bei www.change.org ins Netz gestellt hatten.
Wie in diesen Wochen und Monaten nicht anders zu erwarten, hat sich sofort die bürgerliche Presse, angefangen von ehemals linken Medien, wie die TAZ bis zur Springerpresse (BILD/WELT) darüber echauffiert, wie die von ihnen seit einem Jahr kriegs- und rüstungsverliebte Stimmungsmache gestört werden kann.

So findet die TAZ Redakteurin Antje Lang-Lendorff es zwar nur persönlich falsch oder Jan Feddersen, ebenfalls von der TAZ es als „ruiniertes Lebenswerk“ der beiden Initiatoren bezeichnet sowie ihren Vorstoß als amoralisch empfindet, es die FAZ „Ein Friedensmanifest als Propaganda-Hilfe für Putin“ nennt – noch weiter geht der Welt Kommentator Henryk M. Broder, der den angeblichen Zynismus von Schwarzer und Wagenknecht kritisiert und die BILD-Zeitung lässt „Anti-Diplomaten“ wie Herrn Melnyk oder den „Dauer-Kriegsberichter und Frontmann Ronzheimer zu Wort kommen. Aber auch die öffentlich-rechlichen deutschen Sender sind wenig hilfreich, was die Suche nach Initiativen zur Beendigung des Krieges zwischen Russland und der Ukraine oder besser zwischen der USA (NATO) und der russischen Föderation betreffen.

Der große Krieg in der Ukraine geht bald ins zweite Jahr. Inzwischen sind viele Städte und Dörfer in den umkämpften Gebieten von beiden Seiten und mit Waffen aus Ost und West in Schutt und Asche gelegt worden. Es erinnert immer mehr an die Schlachten des ersten Weltkrieges von Verdun. Und damit an völlig sinnlose Opfer und Ziele.

Erich Maria Remarque hat in seinem Roman „Im Westen nichts Neues“ die Grausamkeiten und Schrecken des ersten Weltkrieges aus dem Blickwinkel eines einfachen Soldaten, des Paul Bäumer anschaulich und realitätsnah erzählt. (Übrigens im Untertitel in der ersten Ausgabe „Von allen Toten geschrieben") Ein Antikriegswerk, welches mich und viele meiner Generation geprägt haben und zur Überzeugung brachten: Nie wieder Krieg!

Wenn wir heute das Radio, den Fernseher anschalten, die allgemein zugängliche Presse lesen, ist nichts, aber auch gar nichts, von den Erkenntnissen und schrecklichen Erfahrungen, die die bisherigen Kriege zur Folge hatten, zu spüren - eher "wollt Ihr den totalen Krieg". -

„Der Krieg ist eine bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln.“, so wie es Carl von Clausewitz in seinem Buch „Vom Kriege“ wissenschaftlich herausgearbeitet hat. Und damit ist nach Clausewitz der Krieg von der Politik erzeugt; sie, die Politik ist die Intelligenz, der Krieg selbst also bloßes Instrument.

Das wiederum stellt klar, dass die Politik endlich handeln und der Fortsetzung ihrer Politik in Kriegsform Einhalt geboten werden muss! Genau hier setzt jetzt endlich Öffentlichkeits- und hoffentlich Massenwirksam das „Manifest für den Frieden“ von Wagenknecht und Schwarzer an.

Dazu bedarf es jedoch, genau so wie in den 8o-er Jahren, als es um die Nachrüstungsdebatte der NATO ging, großer deutschlandweiter Aktionen, bei denen die Bürgerinnen und Bürger unseres Landes den im Bund politisch agierenden Parteien klar machen, dass wir diese Politik der Aufrüstung und Kriegslogik ablehnen. Das Verhandlungen und gegenseitige Achtung sowie ein weg vom Aufbau von Bedrohungspotenzialen der richtige und damit friedliche Weg sind.

Hierzu rufen daher beide Initiatorinnen für den 25. Februar, um 14 Uhr an das Brandenburger Tor zu einer großen Kundgebung auf. Alice Schwarzer und Sahra Wagenknecht zusammen mit Brigade-General a.D. Erich Vad werden reden.

Wer an diesem Tag selbst nicht kann, kann hier seine Stimme für Frieden erheben:

https://www.change.org/p/manifestfuerfrieden-aufstandfuerfrieden?redirect=false




Manifest für Frieden

Heute ist der 352. Kriegstag in der Ukraine (10.2.2023). Über 200.000 Soldaten und 50.000 Zivilisten wurden bisher getötet. Frauen wurden vergewaltigt, Kinder verängstigt, ein ganzes Volk traumatisiert. Wenn die Kämpfe so weitergehen, ist die Ukraine bald ein entvölkertes, zerstörtes Land. Und auch viele Menschen in ganz Europa haben Angst vor einer Ausweitung des Krieges. Sie fürchten um ihre und die Zukunft ihrer Kinder.

Die von Russland brutal überfallene ukrainische Bevölkerung braucht unsere Solidarität. Aber was wäre jetzt solidarisch? Wie lange noch soll auf dem Schlachtfeld Ukraine gekämpft und gestorben werden? Und was ist jetzt, ein Jahr danach, eigentlich das Ziel dieses Krieges? Die deutsche Außenministerin sprach jüngst davon, dass „wir“ einen „Krieg gegen Russland“ führen. Im Ernst?

Präsident Selenskyj macht aus seinem Ziel kein Geheimnis. Nach den zugesagten Panzern fordert er jetzt auch Kampfjets, Langstreckenraketen und Kriegsschiffe – um Russland auf ganzer Linie zu besiegen? Noch versichert der deutsche Kanzler, er wolle weder Kampfjets noch „Bodentruppen“ senden. Doch wie viele „rote Linien“ wurden in den letzten Monaten schon überschritten?

Es ist zu befürchten, dass Putin spätestens bei einem Angriff auf die Krim zu einem maximalen Gegenschlag ausholt. Geraten wir dann unaufhaltsam auf eine Rutschbahn Richtung Weltkrieg und Atomkrieg? Es wäre nicht der erste große Krieg, der so begonnen hat. Aber es wäre vielleicht der letzte.

Die Ukraine kann zwar – unterstützt durch den Westen – einzelne Schlachten gewinnen. Aber sie kann gegen die größte Atommacht der Welt keinen Krieg gewinnen. Das sagt auch der höchste Militär der USA, General Milley. Er spricht von einer Pattsituation, in der keine Seite militärisch siegen und der Krieg nur am Verhandlungstisch beendet werden kann. Warum dann nicht jetzt? Sofort!

Verhandeln heißt nicht kapitulieren. Verhandeln heißt, Kompromisse machen, auf beiden Seiten. Mit dem Ziel, weitere Hunderttausende Tote und Schlimmeres zu verhindern. Das meinen auch wir, meint auch die Hälfte der deutschen Bevölkerung. Es ist Zeit, uns zuzuhören!

Wir Bürgerinnen und Bürger Deutschlands können nicht direkt auf Amerika und Russland oder auf unsere europäischen Nachbarn einwirken. Doch wir können und müssen unsere Regierung und den Kanzler in die Pflicht nehmen und ihn an seinen Schwur erinnern: „Schaden vom deutschen Volk wenden“.

Wir fordern den Bundeskanzler auf, die Eskalation der Waffenlieferungen zu stoppen. Jetzt! Er sollte sich auf deutscher wie europäischer Ebene an die Spitze einer starken Allianz für einen Waffenstillstand und für Friedensverhandlungen setzen. Jetzt! Denn jeder verlorene Tag kostet bis zu 1.000 weitere Menschenleben – und bringt uns einem 3. Weltkrieg näher.

Alice Schwarzer und Sahra Wagenknecht

Holger Hüttel

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