Politik

MdB Birke Bull-Bischoff besucht Stausee Kelbra

Tourismus und Naturschutz müssen im Interesse aller - Kompromisse finden!

große Freiflächen am Stausee

große Freiflächen am Stausee

Goldene Aue/Südharz.
Ein interessanter und informationsreicher 21. August lag vor der Bundestagsabgeordneten der Linken Dr. Birke Bull-Bischoff, welche auf Einladung der Kreisvorsitzenden der Linken MSH, Carola Kunde den Bereich Goldene Aue und Südharz erneut besuchte.
Von ihrer Heimatstadt Halle kommend, sah sie schon von weiten die große blaue Wasserfläche des Stausees Kelbra, welche an diesem Tag der Hauptschwerpunkt ihrer Wahlkreisarbeit sein sollte.
Seit langem beschäftigt sich die Bundestagsfraktion der Linken bereits mit dem Thema Tourismus, vor allem in Gegenden in denen durch die Deindustrialisierung Anfang der neunziger Jahre die Wirtschaft zum Erliegen gebracht wurde.
Nachdem sich Frau Bull-Bischoff vor einigen Monaten bereits zum Thema Wald und Kalkabbau in Rottleberode und beim Landesforst informieren ließ, waren am vergangenen Freitag der Stausee und der Talsperrenbetrieb Kelbra und die damit verbundenen aktuellen Probleme Hintergrund der Gespräche.
Gegen 10:00 Uhr wurde Frau Bull-Bischoff vom Ortsbürgermeister der Stadt Kelbra, Herrn Bornkessel sowie der Verbandsgemeinderätin und designierten Landtagskandidatin für das westliche MSH, Carola Kunde am Eingang des Strandbades begrüßt.
Zunächst informierte der Ortsbürgermeister die Anwesenden über die Zuständigkeiten am Stausee Kelbra sowie die Planungen zur besseren touristischen Erschließung. Der Stausee, das Strandbad sowie der Campingplatz, durch welchen übrigens auch die Grenze zwischen Thüringen und Sachsen-Anhalt verläuft, wird von der Stadt Kelbra (Zweckbetrieb) betrieben. Der Hochwasserschutz, weswegen neben der Erholung die Talsperre Kelbra zwischen 1962 und 1966 gebaut wurde, liegt in Verantwortung des Talsperrenbetriebes Sachsen-Anhalt.
Somit konnten seit der Inbetriebnahme 1969 sowohl Hochwasserschutz, wie auch die Wasserfläche als Erholungsgebiet Hand in Hand und in gegenseitiger Rücksichtnahme betrieben werden. Vor allem das Naherholungsgebiet Stausee war eine der zentralen Urlaubsregionen im westlichen Teil des Bezirkes Halle.
Vom Eingangsbereich des Strandbades ging es zunächst über das weitläufige Gelände direkt zum Wasser. Eigentlich ein wunderschöner Strandbereich, welcher vor ca. 50 Jahren mit Elbsand angelegt wurde, wäre da nicht der sehr geringe Wasserstand und die damit verbundene Belastung der Wasserqualität vor allem durch Algen. Aktuell sicherlich für die meisten kein lustförderndes Badevergnügen. Und dies zu Zeiten, in denen die meisten Bundesländer noch Sommerferien haben.
Hintergrund der Probleme ist der Streit zwischen der schwarz rot-grünen Landesregierung in Magdeburg und den Interessen der Menschen, die den Stausee Kelbra zur Erholung und Freizeitgestaltung (Camper, Wassersportler, Angler usw.) seit über 50 Jahren nutzen.
Die Landesregierung, mit ihrem Umweltministerium möchte möglichst den Stausee alleinig für die Kraniche vorhalten. Die damit verbundenen Probleme in der touristischen Entwicklung der wirtschaftsschwachen Region MSH werden dabei völlig außer acht gelassen.
Trotz-alledem verwunderte es doch, dass aktuell der Campingplatz noch sehr gut angenommen wird.
In einem kurzen Gespräch, sozusagen über den Campingzaun hinweg, zwischen der Bundestagsabgeordneten und einer Camperin Frau Elisabeth Fäustmann aus Halle, welche seit 1967, also noch vor der offiziellen Inbetriebnahme der Talsperre Kelbra, jedes Jahr viele Wochen am Stausee verbringt, wurde jedoch deutlich, dass eine große Angst unter den Campern über die Zukunft des Stausees um sich greift. Sie selbst erzählte uns, dass sie aufgrund der schlechten Wasserqualität nicht mehr das Wasser betreten kann. All dies wird große Konsequenzen für die regionale Naherholung haben.
Anschließend ging es noch zum Talsperrenbetrieb Kelbra, wo Frau Bull-Bischoff und ihrer Begleitung an einem Modell die Arbeits-und Funktionsweise des Stausystems erläutert wurde.
Hier wurde allen Beteiligten noch einmal klar, welches große Risiko für die Region und den Tourismus besteht, wenn man die 3-jährige geplante Erprobungsphase im Bezug auf die jährliche Absenkung des Wassers auf Null eingeht und bis zum Schluss umsetzt.
Die Linke Bundestagsabgeordnete und ihre Begleitung sowie dem Ortsbürgermeister Herrn Bornkessel waren sich einig, dass so schnell wie möglich ein Kompromiss gefunden werden muss, um das zarte Pflänzchen Tourismus, welches sich langsam wieder entwickelt nicht sterben zu lassen. Ideen und die Bereitschaft vor Ort diese umzusetzen gibt es von Seiten der Menschen hier genügend. Die große Gefahr, dass Umwelt und Naturschutz von den Menschen eher als eine Bedrohung, als als eine Chance empfunden werden, hilft weder den Gästen am Stausee, noch der Natur. Eine Regierung oder ein einzelnes Ministerium hat nicht das Recht Gott zu spielen und damit einer Spezies der anderen den Vorzug zu lassen.
Nach einem kurzen Abstecher an der Heimkehle ging es zurück, mit dem Versprechen am Thema dran zu bleiben und in den zuständigen politischen Gremien für eine Lösung, die allen gerecht wird zu kämpfen.

Weitere Info`s zu
Stausee Kelbra: www.stausee-kelbra.de/
Talsperre Kelbra: www.talsperren-lsa.de/tsb/talsperren/gebietsstaubereich-sued.php
Heimkehle: gemeinde-suedharz.de/schauhoehle-heimkehle/
MdB Birke Bull-Bischoff: www.birke-bull.de/politik/aktuell/

Holger Hüttel

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