Land und Leute

Vier Leute, sieben Fahnen

Arbeitsunrecht ./. Deutschland e.V. hatte heute zu der bundesweiten Aktion „System Tönnies Stoppen“ aufgerufen und die BUND-Kreisgruppe Burgenlandkreis hatte eine Veranstaltung auf dem Markt in Weißenfels angemeldet. Laut mdr waren circa 50 Personen anwesend, die meisten gehörten zum BUND und der Bürgerinitiative für soziale Gerechtigkeit Weißenfels. Anwesend waren außerdem Vertreter*innen der Grünen aus Weißenfels, von DIEM25, von Animal Savety, der Partei Die PARTEI und Fridays for Future. Nicht anwesend waren Linke aus Weißenfels. Nicht anwesend waren aber auch Vertreter der NGG.

Foto: Katja

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Weißenfels. Einer ist im Urlaub. Eine hat den Zug verpasst. Einer hat Papa-Wochenende. Einige sind im Wahlkampf. Nicht jeder hat, aus guten Gründen ständig Zeit. Das sollte aber eigentlich nicht ins Gewicht fallen, wenn die Aufgaben auf genug Schultern verteilt wären. Leider sind es aber immer die Gleichen, die sich viel zu viel aufhalsen und sich dann noch entschuldigen, weil sie einfach mal keine Zeit haben. Wann entschuldigen sich die, die uns immer sagen, dass ein „Weiter so“ nicht möglich ist, aber immer weiter so machen?



So reisten dann heute aus Mansfeld-Südharz ganze zwei Genoss*innen, unterstützt von zwei Fridays for Future-Aktivist*innen nach Weißenfels. Aufgrund von Doppelmitgliedschaften vertraten wir auch noch Ver.di und die BUND-Ortsgruppe Eisleben. Unsere Linken-Westen hatten wir bereits im Zug von Halle nach Weißenfels angezogen. Und so waren wir dann dank Westen und Fahnen bei unserer Ankunft auf dem Marktplatz auch gut als das zu erkennen, was wir sind. Was uns erstaunt hat, war die Reaktion der Bürger, die nicht so richtig mit Linken auf dieser Veranstaltung gerechnet hatte. So schlug uns also zum einen Erstaunen nach dem Motto „Was wollen die denn hier?“ und Freude seitens Katja Bahlmann, die ihre eigenen Leute nicht hatte mobilisieren können, entgegen.

Warum die Leute so seltsam reagierten, wurde in den Redebeiträgen und in den Gesprächen mit den Anwesenden schnell klar: Es lag an der seltsamen Rolle, die die Fraktion der Linken im Stadtrat spielt(e). DIE LINKE habe zusammen mit der CDU den Schlachthof erst ermöglicht, um Arbeitsplätze nach Weißenfels zu holen. Diese Arbeitsplätze sind dann aber sehr schnell mit osteuropäischen Niedriglohnsklaven besetzt wurden, nachdem man gemerkt hat, dass die einheimischen Mitarbeiter Forderungen stellte. Auch gegen den Ausbau des Schlachthofs habe man seitens des Stadtrats nichts unternommen. Am schwersten wiegt aber der Umgang mit der Bürgerinitiative für soziale Gerechtigkeit Weißenfels - Man beachte den Namen! - die gegen die ungerechte Verteilung der Abwasserkosten zu Lasten der Bürger und zu Gunsten der Großindustie kämpft, und die von uns vor Ort offenbar nicht unterstützt wurde/wird. Erwähnt wurden weiterhin Klüngelein einzelner Linkenstadträte und Tönnies. Positiv genannt worden ist allerdings die Unterstützung der LINKEN Hohenmölsen und der Bundestagsfraktion bei der TierReste VGA.


Dies ist ein Stimmungsbild aus einer Stadt, in der wir als LINKE nicht gut wegkommen. Es ist das Bild, das die Bevölkerung vor Ort von uns hat. Der Vertrauensbruch ist sicherlich nur durch die Gewinnung neuer Mitglieder und Aktive vor Ort zu lösen. Dafür spricht auch, dass die Weißenfelser Bürger auf uns mit einem wirklich großen Mitteilungsbedürfnis zugegangen sind. Sie möchten also von uns durchaus noch gehört werden. Es empfiehlt sich also, zu ihnen zu gehen und sie zu fragen, wo der Schuh drückt. Eine engere Zusammenarbeit mit der Bürgerinitiative wäre sicherlich ein guter Schritt in die richtige Richtung.

Antje Mindl-Mohr

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