Politik

Die Opfer mahnen uns

Grußwort zum Blutsonntag aus dem Saalekreis

Lutherstadt Eisleben. Liebe Genossinnen und Genossen, liebe Freundinnen und Freunde;

wie nun schon viele Jahre zuvor stehen wir hier auf dem Alten Friedhof in Eisleben und gedenken den drei Kommunisten Otto Helm, Walter Schneider und Hans Seidel, die am 12. Februar 1933 durch einen feigen und organisierten Angriff der SA und SS auf das damalige Klassenkampfgebäude der KPD in Eisleben getötet wurden. Sie sind die Opfer derer geworden, die wir heute in den Parlamenten und auf der Straße wiederfinden; die davon reden dass doch das geliebte Deutschland immer wieder zum Opfer in der Geschichte sowie in der Gegenwart wird. Ein Opfer dessen Bevölkerung ausgetauscht werden soll und das sich dagegen wehren muss.

Ein kleiner Rückblick dessen, was sich im letzten Jahr in der Zeit von unserem letzten Gedenken alles in dieser Republik ereignete:

die Afd zieht als zweit stärkste Partei in den Brandenburger Landtag
der rassistische und antisemitische Anschlag in Halle, der zwei Menschen das Leben kostete und ausgeführt wurde von einem jungen Mann, der hier in Eisleben sogar das Gymnasium besuchte die Lügen der Polizei zur Silvesternacht in Leipzig-Connewitz
die erst kürzliche Verbrüderung der neoliberalen, konservativen und faschistischen Kräfte im Thüringer Landtag, um einen linken Sozialdemokraten als Ministerpräsident zu verhindern
... das ist die sogenannte Spitze des Eisberges. Und es lässt viele ratlos, frustriert und resigniert zurück.

Wir befinden uns als Linke, sowohl als Partei als auch als Einzelpersonen, in einem Abwehrkampf und die Wand in unserem Rücken kommt immer näher.
Wie sollen wir dagegen ankämpfen? Eines hat sich gezeigt: eine "Bewegung" aus dem Boden zu stampfen wie es eine gewisse Frau Wagenknecht getan hat und davon zu sprechen deutsche Fachkräfte sollen vor allen anderen Fachkräften aus dem Ausland bevorzugt werden, zeigt wie weit diese Frau an der Realität vorbei lebt und dass sie innerhalb der Partei mehr spaltet als alles andere. Doch nicht nur dort spaltet sie, denn durch ihre Aussagen spaltet sie auch die Bevölkerung.
Nun zurück: Wovon sollen sich die Menschen in diesem Land befreien? Die Rechten meinen von einer elitären "Fremdherrschaft", die die Deutschen nicht mehr Deutsche sein lassen will.
Unsere Antwort auf die Frage sollte sein: Vom Kapital. Wir müssen den Leuten klar machen, dass aller Feind sich hinter dem Kapital versteckt und wir den Menschen kein gerechtes und gutes Leben ermöglichen können, wenn über allem das Streben und die Gier nach Profit hängt.
Das sollten wir uns immer wieder ins Gedächtnis rufen, die Sozialpartnerschaft kommt immer mehr an ihre Grenzen. Wir müssen die Alternative aufzeigen, auch über den Parlamentarismus hinaus. Um die faschistischen Kräfte in diesem Land zu bekämpfen und um gleichzeitig für eine solidarische Gesellschaft zu kämpfen! Unsere Ideale führen uns hier her, um Otto Helm, Walter Schneider und Hans Seidel zu gedenken, denn diese verbinden uns und für diese Ideale wurden diese Männer ermordet. Lasst uns kämpfen, damit sie nicht umsonst gestorben sind. Oder wie eine andere Revolutionärin, die diese Ideale teilte und auch dafür starb, einmal sagte: "Sozialismus oder Barbarei".

Richard Haferung

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