Politik

Kampfpanzer oder Pflegekräfte?

Das „Bündnis gegen Pflegenotstand Mansfeld-Südharz“ hat viel erreicht und noch viel zu tun.

MSH. Milliarden Überschüsse aber Notstand in der Pflege, das passt nicht zusammen!

10 Tausende Krankenpfleger und Altenpfleger fehlen in Deutschland. Dreiviertel aller Pflegkräfte geben an, bei dem derzeitigen Stress nicht bis zur Rente durchhalten zu können.

Seit einiger Zeit regt sich der Widerstand. Im Juli des vergangenen Jahres gründete sich das “Bündnis gegen Pflegnotstand Mansfeld-Südharz“. Das Bündnis wird von der Gewerkschaft verdi und vom Kreisverband DIE LINKE MSH unterstützt.

Im Bündnis sind verschiedene Leute aktiv. Es sind Menschen der Partei und Gewerkschaftsmitglieder, aber auch viele Altenpfleger und Pflegepersonal der Kliniken. Viele Junge aber auch praxiserfahrene Ältere mischen sich ein. Nicht alle sind in Gewerkschaft oder Partei organisiert, und haben im Bündnis eine Plattform zur Diskussion und gemeinsamen Aktionen gefunden.

Eine wichtige Aufgabe des Bündnisse ist es, die Menschen für die Zustände in der Gesundheitspflege zu sensibilisieren, also Öffentlichkeit herstellen. 1bis 2-mal monatlich trifft sich das Bündnis zum Pflegestammtisch oder zu öffentlichen Aktivitäten im Rahmen der Kampagne.

Mittlerweile sind wir bundesweit vernetzt und haben somit eine größere Ausstrahlungskraft erreicht.

Im September 2018 unterstützten Vertreter unseres Bündnisses den Streik der Pflegkräfte in Jena. Es waren immerhin rund 500 Menschen auf den Beinen. Im Oktober waren in Eisleben über 100 vorwiegend junge Leute an einem Protestmarsch gegen den Pflegenotstand auf der Straße. Im Februar nahmen wir in Braunschweig an der Streikkonferenz linker Gewerkschafter teil.
Deutschlandweit gibt es Kundgebungen, wie u.a. im April auf dem Marktplatz in Eisleben zur Ankunft des "Olympischen Brief gegen Pflegenotstand" . Auf einer 40 Meter-Schriftrolle werden Unterschriften quer durch die Republik gesammelt. Diese werden zusammen mit einem Forderungskatalog zur Ministerkonferenz am 5./6. Juni  2019 in Leipzig an Herrn Jens Spahn übergeben.

Ein Ende der Kampagne ist nicht definiert. Wir bleiben dran. Die Bedingungen müssen sich erst grundlegend ändern. Minimale Zugeständnisse lösen das Problem des Notstandes nicht.

Wir fordern weiterhin, mehr Personal für die Pflege. Bis zu 13 Patienten hat 1 Pflegekraft auf Stadion zu versorgen. Das heißt viel Arbeit und wenig Zeit für die menschlichen Momente. In den Niederlanden kümmert sich eine Pflegkraft um maximal 7 Patienten. Wir fordern einen sachgerechten, verbindlichen Pflegepersonalschlüssel. In den Nachtschichten sollten mindestens zwei Pfleger Dienst ausüben. Mehr Personal schafft auch die Möglichkeit den Überstundenstau abzubauen. Außerdem fordern wir, dass die Dokumentationszeit innerhalb der Arbeitszeit zu gewährleisten ist. Die Azubis müssen eine Übernahmeperspektive bekommen.

Pflegeberufe brauchen mehr gesellschaftliche Anerkennung. Neben einer gerechten Entlohnung geht es uns dabei auch um die Verbesserung von Art, Umfang und Qualität der Pflege.

Kranke Menschen und Menschen im Alter müssen mit Würde behandelt werden. Pflegepersonal muss ausreichend gestellt und die Arbeit des Personals dieser humanen Aufgabe besser gewürdigt werden.

Kosten der Einsparungen beim Personal gehen auf Kosten der Gesundheit der Pfleger und der zu Pflegenden.

Wir bleiben dran!

Ralf Neumann

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