#Pflegenotstand

Politik

Der Olympische Brief reiste durch Mansfeld-Südharz und seine Krankenhäuser

MSH. Der Olympische Brief, in dem unteranderem mehr Personal im Gesundheitswesen und die Abschaffung des DRG-Systems (Fallpauschalen) gefordert wird, reiste vom 04.04. bis 07.04.19 durch Mansfeld-Südharz und seine Krankenhäuser.

Am 4.4. bekamen wir den Brief von den Kolleginnen aus Bad Harzburg auf dem Markt in Eisleben übergeben, wo von 14 bis 16 Uhr jeder Mensch die Möglichkeit hatte zu unterschreiben und damit ein Zeichen für die Pflege zu setzen. Dabei stellten Simona König (Bezirksvorsitzende ver.di Sachsen-Anhalt Süd), Ralf Neumann (Ortsvorsitzender ver.di Mansfelder Land), Corinna Schönwetter (Ortsvorstand ver.di Herne/Wanne-Eickel) und Barbara Fennekohl (Pflegefachkraft Bad Harzburg) die katastrophale Situation in der Pflege in ihren Redebeiträgen sehr gut dar und forderten alle Pflegekräfte dazu auf, sich zu organisieren und gemeinsam zu kämpfen. Insgesamt konnten wir über 100 Unterschriften sammeln, unter anderem auch von der stellvertretenden Bürgermeisterin Kathrin Gantz, den anwesenden Ordnungskräften und Medizinstudierenden aus Halle.

Am nächsten Tag ging es dann mit dem Olympischen Brief nach Sangerhausen, wo wir 10:30 Uhr unseren Stand bei Regen auf dem Personalparkplatz mehrere Meter hinter der Klinik aufbauen mussten. Als wir dann wetterbedingt in die Cafeteria umzogen, ging ein Mitstreiter unseres Bündnisses ohne vorherige Abstimmung über die Stationen, um zu informieren, wo sich der Olympische Brief befindet. Noch dabei wurde er von der Referentin für Unternehmenskommunikation regelrecht „eingefangen“ und zur Cafeteria begleitet, wo wir massiv unter Druck gesetzt wurden und das Haus daraufhin verlassen mussten. Danach fuhren wir weiter zur Pflegeschule nach Oberröblingen. Hier unterschrieben das anwesende zweite und dritte Lehrjahr.

Bevor es am 06.04. weitergehen konnte, mussten wir die vierte volle, 40 Meter lange Unterschriftenrolle auswechseln. Wir trafen uns danach 15 Uhr auf dem Parkplatz vor der Klinik in Hettstedt, um dort unseren Stand wieder aufzubauen. Empfangen wurden wir vom Referenten für Unternehmenskommunikation, welcher uns direkt unmissverständlich klar machte, dass es Konsequenzen für einen unserer Mitstreiter und dem einzigen Betriebsratsmitglied aus der Klinik in Eisleben geben würde, sollte wieder jemand das Haus (außer zur Toilettennutzung) betreten. Dieser blieb dann auch bis zum Ende bei uns auf dem Parkplatz im seinem Auto sitzen, um zu kontrollieren, dass wir uns an die vorgegeben Richtlinien halten. Trotz dessen haben wir uns die Laune nicht verderben lassen und kamen mit vielen interessierten, aber auch über die aktuelle Situation in der Pflege wütenden Menschen ins Gespräch. 16 Uhr packten wir wieder zusammen und fuhren nach Eisleben an die Klinik, wo ab 16:30 Uhr der Olympische Brief gegenüber der Klinik vor dem Ärztezentrum auf Unterschriften wartete, was nicht lange gedauert hat. Mehrere Pflegekräfte und Besucher des Krankenhauses kamen zum unterschreiben und insgesamt wurde der Olympische Brief an diesem Tag fast 100 Unterschriften länger.

Am 07.04. machten wir uns auf den Weg nach Freidland (Niedersachsen), um dort den Olympischen Brief an den Kollegen aus Gießen zu übergeben. Doch vorher waren wir noch im Seniorenheim Alexa in Eisleben, wo die komplette anwesende Belegschaft für bessere Bedingungen in der Pflege unterschrieb.
Der Krankenhauskonzern im Standort Mansfeld Südharz bewertet den Olympischen Brief zwar offiziell als eine gute Aktion, doch wurde das Pflegepersonal auf einigen Stationen massiv durch die Pflegedienstleitung in einer freundlichen Gesprächsverwicklung zu Dienstangelegenheiten unter Druck gesetzt. In Zukunft werden Aktionen, wie auf dem Marktplatz, wieder ausgeweitet und zwar generell auf den öffentlichen Raum, denn grundsätzlich wurde sowohl die Gewerkschaft Ver.di als auch das Bündnis gegen Pflegenotstand aus den Häusern ausgesperrt.

Am 5. Juni wird der Olympische Brief in Leipzig an Jens Spahn übergeben. Auch wir werden bei der Übergabe und der damit zusammenhängenden Demonstration für die Pflege dabei sein.

Organisiert euch, werdet aktiv und verändert was! Nur gemeinsam sind wir stark!

www.facebook.com/398218044054219/posts/456732751536081/


Bündnis gegen Pflegenotstand MSH

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