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Der BUND Sachsen-Anhalt kämpft gegen eine geplante Deponie im Mansfelder Stadtteil Großörner

Halde sollte vollständig aufgeforstet werden.

Foto: Friedhart Knolle

Foto: Friedhart Knolle

Großörner. Seit vielen Jahren baut die Fa. Martin Wurzel HTS Baugesellschaft direkt an der Ortschaft Großörner eine ehemalige Halde des Kupferschieferbergbaus ab, um Baumaterialien zu gewinnen. Dies hat bereits zu erheblichen Umweltschäden geführt. Nicht nur, dass die Anwohner unter den Staub- und Lärmbelastungen zu leiden haben, die Schwermetallbelastung der umliegenden Flächen haben bedrohliche Werte erreicht. Das enthaltene Schwermetall und die radioaktiven Isotope haben sich hier bereits stark akkumuliert. Gemüseanbau ist hier praktisch nicht mehr zu empfehlen.

Nun sollen Teile des ehemaligen Freiesleben-Schachts auf einer Fläche von über 10 Hektar mit einer Deponie überschüttet werden. Über einen Zeitraum von 25 Jahren sollen fast 3 Mio. Tonnen Inertabfälle eingelagert werden – dagegen wehrt sich der BUND.

Die Bürgerinitiative „Lebenswertes Großörner“, die Kreisgruppe Mansfeld-Südharz des BUND, andere Umweltgruppen und auch die Stadtverwaltung Mansfeld lehnen es ab, in der mit Schwermetallen und anderen Giften hochbelasteten Region des Mansfelder Landes weitere Deponien zuzulassen.

Die Kreisgruppe hat, immer in Zusammenarbeit mit der Bürgerinitiative, Stellungnahmen zum Scoping- und Genehmigungsverfahren abgegeben. Es wurde besonders auf die schwierige geologische Situation des Untergrundes hingewiesen. Der Sandstein lässt keine genauen Prognosen zu, wie sich Sickerwasser im Untergrund verteilen wird. Direkt unter der geplanten Deponie verlaufen drei Entwässerungsstollen des Mansfelder Kupferschieferbergbaus, die das Wasser direkt in die Saale leiten. Einer ist bereits in großen Teilen eingefallen. Durch den Altbergbau aus vielen Jahrhunderten ist überhaupt nicht absehbar, was sich im Untergrund genau befindet. Die Abwässer von der nahegelegenen Bundesstraße und vom Vorfluter der Kläranlage Klostermansfeld, die in direkter Nähe in die Wipper geleitet werden, versickern zum großen Teil.
Als der Betreiber die Verwertung genehmigt bekam, war Teil der Genehmigung, dass die Halde mit nicht brauchbaren Haldenmaterial zum Teil wieder aufgefüllt wird. Dieses nicht brauchbare, durch Schwermetalle und radioaktive Isotope stärker belastete Haldenmaterial existiert nicht mehr, weil es im Laufe des Betriebes mit dem abgebauten und gebrochenen Haldenmaterial vermischt worden ist.

Aus diesem und weiteren Gründen halten wir das Vorhaben für nicht genehmigungsfähig. Wir setzen uns für die Ablehnung des Antrags auf Planfeststellung ein.

Der Bedarf für die geplante Deponie nicht ausreichend begründet. Es fehlt sowohl eine Bedarfsanalyse wie auch ein Nachweis, in dem aufzeigt wird, ob die Abfälle für die geplante Laufzeit der Deponie überhaupt vorhanden sind. Der Antragsteller Wurzel Bau ist eine Tochter eines international arbeitenden Baubetriebes. Dieser ist, und wird sicher auch in Zukunft, an dem Abbau von Kernkraftwerken beteiligt sein.

Wir fordern, dass die Haldenkonzeption von 1995 umgesetzt wird, in der eine vollständige Aufforstung der Halde beschlossen wurde. Im Moment werden jedoch, durch den Abbau der letzten Haldenreste, die vorhandenen Hangbewaldungen weitgehend zerstört. Ersatzpflanzungen erfolgten bisher nicht.

Hilfe erhalten wir unter anderem von der Stadt Mansfeld, dem Umweltnetzwerk Hamburg, der Linken Fraktion im Landtag und Dr. Friedhart Knolle vom BUND Niedersachsen, Regionalverband Westharz.

Hans-Jürgen Paasch

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