Kurzmeldungen

Vorschlag zur Gründung eines Landesarbeitskreises „Gesunde Mobilität“

Aufruf nicht nur an BUND-Mitglieder

Bild von Gert Altmann auf Pixabay

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Sachsen-Anhalt. Liebe Freundinnen und Freunde der Erde, liebe KlimaschützerInnen und VerkehrswendeFreundInnen Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um die gesundheitlichen Folgen der aktuellen Verkehrspolitik allerding schlage ich Euch vor, den neu zu gründenden Landesarbeitskreis nicht Verkehr sondern „gesunde Mobilität“ zu nennen.

Warum ?
Nun, trotz intensiver Bemühungen zur Luftreinhaltung auf nationaler, lokaler und EU-Ebene hat Luftverschmutzung weiterhin vielfältige negative Auswirkungen auf die Gesundheit und die Natur. Die Europäische Umwelt-agentur EEA schätzt, dass jährlich über 400.000 vorzeitige Todesfälle auf das Konto der schlechten Luftqualität gehen (EEA: Air Quality in Europe 2016). Luftverschmutzung verursacht immense Kosten für die Gesund-heitssysteme und die Wirtschaft in Europa.


Laut Berechnungen des UBA führte die Feinstaubbelastung in Deutschland im Zeitraum 2007 bis 2014 im Mittel zu etwa 45.300 vorzeitigen Todes-fällen jährlich. Die EEA geht für das Jahr 2013 sogar von 73.400 vorzei-tigen Todesfällen durch Feinstaub, 10.610 vorzeitigen Todesfällen durch Stickoxide und 2.500 vorzeitigen Todesfällen durch Ozon aus.


Luftverschmutzung ist besonders in den (deutschen) Städten und deren „Einzugsbereiche (Ein- und Auspendler) ein Risikofaktor für die Gesund-heit. Die Menschen dort sind häufig einer Luftqualität ausgesetzt, die über den Grenzwerten der EU-Luftqualitätsstandards liegt, und wesentlich schlechter ist, als das, was die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum Schutz der Gesundheit empfiehlt. Legt man die WHO-Empfehlungen an, so ist fast die gesamte Bevölkerung in den Städten (85%) gesundheitsgefährdender Luftverschmutzung ausgesetzt.


Der Verkehr ist einer der Hauptverursacher der dieser schlechten Luft. Die Fahrzeuge, besonders Dieselfahrzeuge, sind die Hauptquelle für Stickoxid-Emissionen und tragen auch wesentlich zur Feinstaubbelastung bei. An vielbefahrenen Straßen werden regelmäßig und seit Jahren hohe Überschreitungen gemessen, auch in Magdeburg.
Nach dem aktuellen Beschluss des EuGH kommt es dabei auch nicht auf die ANZAHL der Grenzwertüberschreitungen sondern auf JEDE EINZELNE Überschreitung an, um die Kommunen zu veranlassen die Situation deut-lich zu verbessern

Mit einem Vidoclip an einer Luftmesstation an der Magdeburger Ernst-Reuther Allee habe ich und einer Veranstaltung im LISA Halle werde ich, auf genau diese Sachlage hinweisen.


Verschiedene Gesundheitsstudien haben herausgearbeitet, dass Menschen, die in der Nähe von vielbefahrenen Straßen leben, ein erhöhtes Gesundheitsrisiko haben. So hat die EU-finanzierte APHEKOM Studie zu Gesundheitsfolgenabschätzungen gezeigt, dass das Asthmarisiko im Um-kreis um bis zu 30% erhöht sein kann (www.aphekom.org)


Aktuell gibt es eine breite Diskussion über Diesel-Fahrverbote als ultima ratio, um die Luftqualität zu verbesssern und die EU-Grenzwerte einzu-halten.
Dass diese Fahrverbote langfristig die Situation nicht verbessern werden ist ebenfalls breit diskutiert. Aus diesem Grunde sollten auch Luftrein-halte- und Lärmschutzpläne erarbeitet werden, die mit einem kurz-, mittel- und langfristig umzusetzenden Maßnahmebündel die Gesundheits-belastungen durch den Verkehr in den Städten verringern sollen. Bedauerlicherweise sind die vorliegenden (veralteten) Pläne für Magde-burg und Halle im bundesweiten Vergleich die mit Abstand unzureichend-sten.
Hier kann der BUND in den Kommunen und auf Landesebene eigreifen und die Entscheidungsträger motivieren die veralteten Luftreinhalte und Lärm-schutzpläne zukunftsfähig anzupassen und konkrete Maßnahmen umzusetzen.




Dabei gilt aus meiner Sicht folgende Themen verstärkt in den Blick zu nehmen:
1. Verkehr vermeiden

2. Mehr Begegungsflächen und artenreiches Grün in die Innenstädten

3. Verkehr (im modal split) verlagern
(auf Rad- und Fußverkehr) und eine intelligente Parkraumbewirtschaftung
4. Kostenloser Öffentlicher Verkehr (Nah und Regional)


Vor dem oben genannten Hintergrund lade ich Sie und Euch herzlich ein mit im Rahmen euerer Aktivitäten im und für den BUND euch des Themas „gesunde Mobilität“ auf Landesebene gemeinsam mit mir zu widmen.
Gerne stehe ich auch als Sprecher des Landesarbeitskreises „Gesunde Mobilität“ zur Verfügung




Wer Interesse an einer Mitarbeit im „Landesarbeitskreis Gesunde Mobilität“ der Allianz für Gesundheit und Umwelt (HEAL) hat, wende sich gerne an mich, oliver@env-health.org

Oliver Wendenkampf

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